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Weihnachtsgestalten: Herodes, Antipas, Herodias, Antipasta?

Herodes Antipas und Herodias

Hört man den Namen Herodes, so denkt man in der Regel zuallererst an Herodes den Großen, der zur Zeit der Geburt Jesu König in Israel war und dem der Kindermord von Betlehem zur Last gelegt wird. Doch auch sein zweiter Sohn Herodes Antipas, der nach dem Tod des Vaters als Fürst in Galiläa und Peräa herrschte, macht in den Evangelien eine unrühmliche Figur, da er mitverantwortlich war an der Ermordung Johannes des Täufers. Der Anlass für diesen Justizmord war nach Aussage des Markus- und des Matthäusevangeliums die zweite Ehe des Herodes. Er war in erster Ehe mit einer Tochter des nabatäischen Königs Aretas IV. verheiratet, die er verstieß (dies führte zu einem Krieg zwischen Herodes und Aretas), um seine Schwägerin und Nichte Herodias zu heiraten, die ihrerseits ihren Mann Herodes Boethos (einen Halbbruder des Herodes Antipas) für diese neue Ehe verließ. Dieser doppelte Ehebruch erregte großes Aufsehen und wurde öffentlich und lautstark von Johannes dem Täufer kritisiert. 28 nach Christus ließ Herodes deshalb Johannes verhaften, einkerkern und auf Wunsch seiner Frau Herodias und deren Tochter Salome (aus erster Ehe) hinrichten. Der jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet ebenfalls vom Tod des Johannes, weiß aber nichts von dessen Kritik an der neuen Ehe, sondern führt politische Motive an.

Herodes Antipas tritt in den Evangelien noch einmal in Erscheinung, als Pilatus den verhafteten Jesus zu ihm schickt. Als Jesus das von Herodes geforderte Wunder verweigert, treibt Herodes seinen Spott mit ihm und schickt ihn zu Pilatus zurück. Nach dem Bericht der Evangelien sollen Pilatus und Herodes, die vorher verfeindet gewesen waren, seit diesem Tag Freunde geworden sein.

Im Jahr 37 nach Christus reist Herodes auf Betreiben seiner Frau Herodias nach Rom, um vom Kaiser Caligula die Königswürde zu erbeten. Jedoch hatte schon Agrippa I., ein Bruder der Herodias, den Königstitel erhalten. Herodes Antipas wurde dagegen als Fürst abgesetzt und nach Südgallien verbannt, wohin ihm seine Frau folgte. Wahrscheinlich sind beide auch dort in der Verbannung gestorben.

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