Nachrichten und Nachdenkliches

Tag der Pressfreiheit 3. Mai

„Wir, nicht Sie entscheiden, wie wir unseren Lesern am besten dienen.“ Diesen Satz schrieb der Chefredakteur der „Columbia Journalism Review“, Kyle Pope, im Namen der amerikanischen Presse an Donald Trump kurz vor dessen Vereidigung zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Stellungnahme bezog sich darauf, dass Donald Trump Medien von der Berichterstattung über sich ausgeschlossen, einen behinderten Journalisten verspottet und via Twitter einzelne Reporter bedroht habe. In diesem Verhalten sieht auch „ Reporter ohne Grenzen “ (ROG), die Organisation, die sich weltweit für die Pressefreiheit einsetzt, eine Infragestellung wichtiger Errungenschaften der Pressefreiheit in den USA und eine weitere Gefahr: „Er gibt auch ein brandgefährliches Beispiel für Autokraten in aller Welt, die nur darauf warten, unabhängige Journalisten ohne lästige Kritik des Auslands kaltstellen oder verfolgen zu können.“ Denn um die Pressefreiheit ist es weltweit nicht gut bestellt. Die Zahl der getöteten, verschwundenen, misshandelten und inhaftierten Journalisten ist zum Teil drastisch angestiegen. Der Presse gar nichts mehr zu glauben – Stichwort „Lügenpresse“ – ist zu einer weitverbreiteten Ansicht geworden, hinter der oft die fatale Tendenz steht, in den Medien nur das lesen zu wollen, was den eigenen Vorstellungen entspricht – ein Trend nicht nur bei Regierenden.

In dem oben zitierten Brief geht Kyle Pope auch auf Versäumnisse der Presse ein und kündigt für die amerikanische Presse an, mit höheren ethischen Standards arbeiten zu wollen als je zuvor. Gegen eine um sich greifende Entwicklung, Fakten zu ignorieren, schreibt der Chefredakteur: „Wir glauben daran, dass es eine objektive Wahrheit

gibt.“

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