Nachrichten und Nachdenkliches

Ruhe dank Meditation

Die Zeiten sind aufgeregt, was für eine Dynamik, so viele Fragen, so viele Sorgen.

Da tut es gut innezuhalten, zu meditieren, sich zu sammeln und auszurichten.

Wir laden Sie ein, dies mit einem Wort aus dem 34. Psalm zu tun.

Gebet zu Psalm 34,8
Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.
An unserer Seite und um uns herum. 
Denn wir brauchen Mut. 
Und Phantasie. 
Und Zuversicht. 
Darum: Sende deine Engel.
Zu den Kranken vor allem. 
Stille 
Und zu den Besorgten. 
Stille 
Sende deine Engel zu denen, die anderen zu Engeln werden: 
Ärztinnen und Pfleger,
Rettungskräfte und Arzthelferinnen, 
alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen. 
Stille 
Sende deine Engel zu den Verantwortlichen
in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,
in Politik und Wirtschaft. 
Stille 
Und zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern 
auf der Suche nach Heilmitteln und Impfstoffen. 
Stille
Sende deine Engel auch zu denen,
an die kaum jemand denkt – jetzt in der Zeit der Epidemie: 
Die Menschen auf der Straße,
die Armen, 
die Geflüchteten in den Lagern in Griechenland 
und im türkisch-griechischen Grenzgebiet. 
Stille 
Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut. 
Du hast sie schon geschickt.
Sie sind ja da, um uns herum.
Hilf uns zu sehen, was trägt. 
Was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet,
mit dir, mein Gott.
Denn das ist’s, was hilft und tröstet.
Jetzt und in Ewigkeit.
 Amen.
(von Doris Joachim)

Meditation zu Psalm 34,8
Der Engel Gottes  lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. 
Engel. 
Sie lagern um uns herum.
Sie breiten ihre Flügel aus oder ihre Arme – je nach dem.
Sie schützen nicht vor dem Virus.
Aber vor der Angst.
Das können sie:
Uns die Angst nehmen.
Und die Panik vor dem, was uns beunruhigt.
Engel wiegen uns nicht in falscher Sicherheit.
Aber sie können die verängstigte Seele wiegen.
In ihren Armen oder Flügeln – je nach dem.
Im Moment reicht ein Engel nicht.
Da brauchen wir schon ein paar mehr.
Die Fülle der himmlischen Heerscharen,
wie damals – als Jesus geboren wurde – da waren sie alle da.

Die Engel. 
Und sie haben gesagt: Fürchtet euch nicht.
Denn sie fürchteten sich – also die Hirten.
Und wir fürchten uns auch. 
Vor dem, was plötzlich kommen könnte.
Oder was schon da ist.
Wir fürchten uns vor der Ungewissheit und vor dem,
was uns den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.
Damals haben die Engel eine große Freude verkündet, 
die allem Volk widerfahren soll. 
Nämlich, dass der Heiland geboren sei.
Das klingt wie von einem anderen Stern. 
„Große Freude.“

Aber wieso sollte das nicht auch heute gelten? 
Ist Gott etwa nicht da, nur weil das Virus da ist?
Fürchtet euch nicht. 
Das will ich auch jetzt hören. 
Daran halte ich mich fest.
Mitten in der Angst – Freude.
Mitten in der Angst – ein Lächeln.
Mitten in der Angst – helfende Menschen.
Mitten in der Angst – Solidarität unter uns.
Das gibt es ja alles. 

Trotz Corona. Mancherorts auch gerade wegen Corona.
Mitten in der Angst, mitten in der Sorge – die Engel.
Sie schützen nicht vor dem Virus – so ist das halt.
Aber es sind die himmlischen Wesen, die uns Bodenhaftung geben können.

Okuli – das heißt: meine Augen.
Ich will meine Augen öffnen und die Engel sehen.
Oder hören. Oder spüren.
In mir, hinter mir, neben mir.
Auch in den Menschen, denen ich begegne.
Jetzt halt etwas mehr auf Abstand oder per Telefon.
So geht es auch.
Gottes Engel lagern um uns her und helfen uns heraus.
Das glaube ich gewiss.
(von Doris Joachim)