![]() |
|
Rundgang durch die
Philippus-Gemeinde: Fotovoltaik-Anlage auf dem Kirchendach - ein Modell, das zum Nachahmen auffordertDer virtuelle Rundgang: Besichtigen Sie...
Treffender als in der Rundfunkandacht
kann man die "Geburt" dieser Anlage auf dem Dach des Gemeindezentrums
der Philippus-Kirche nicht beschreiben, die Pfr. Andreas Klodt im
Rahmen der SWR1-Anstöße am 11.08.2007 gehalten hat.
Ein neuer Denkansatz begann im Herbst 2005 im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Kirchenraums. Mit der Öffnung der Decke im vorderen Bereich des Kirchen-"Mittelschiffs" sollte mit einer sog. Laterne die spirituelle Konzentration auf den Altarraum gelenkt werden. Daneben sollte auch ein praktischer Nutzen durch Umwandlung des Sonnenlichtes in (regenerative) elektrische Energie erzielt werden, um damit einen kleinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten. Folgende Finanzierungs- u. Betreibermodelle wurden recherchiert, rechtlich und wirtschaftlich kalkuliert:
Nach Abwägung
aller Argumente wirtschaftlicher und (vertrags-)rechtlicher Art,
aber auch solcher, die die Möglichkeiten der Identifizierung der
Gemeinde mit einer solchen Anlage betraf, hat sich der Kirchenvorstand
auf Basis einer "Statischen Machbarkeitsuntersuchung zur Aufstellung
einer Fotovoltaikanlage ..." in seiner Sitzung am 19.09.2006 für einen
Gestattungsvertrag mit einer GbR zur Errichtung und zum Betrieb
einer PV-Anlage auf dem Dach des Gemeindezentrum ausgesprochen.
Dieser Gestattungsvertrag, der bei Interesse zur Verfügung gestellt werden kann, regelt das Innenverhältnis zwischen
Gemeinde und Gesellschaft. Er wurde von der juristischen Abteilung der
EKHN, Darmstadt, überprüft und freigegeben. Das Besondere an
diesem Gestattungsvertrag ist, dass die Gemeinde großzügig
auf einen Pachtzins verzichtet hat.
Dieses Modell hat den Vorteil, dass sich Gemeindeglieder und andere Interessierte, die Solarstrom erzeugen wollen, aber selbst über kein oder kein geeignetes Dach verfügen, aktiv und unmittelbar engagieren können. Gemeindeleben kann dadurch noch lebendiger Gestalt annehmen.
Einer Infotafel im Gemeindezentrum konnten Interessierte ein Faltblatt [251 kB] entnehmen mit allen wichtigen Fakten. Die "Akquisition" wurde mit einer Info-Veranstaltung [160 kB] am 14.03.2007 im Gemeindezentrum eröffnet und setzte sich auf lokaler Ebene mit der Teilnahme am 1. Mainzer Sonnen-Markt am 28.04.2007 fort, der von der Stadt Mainz im Rahmen des Lokale Agenda 21-Prozesses ausgerichtet wurde und wo unser Projekt am BUND-Stand präsent war. In mehreren Gemeindebriefen (4/2006, 1/2007, 2/2007) und Presseberichten wurde über den aktuellen Stand des Projektes informiert. Zeitgleich wurden die Planungen vorangetrieben und optimiert. Es wurden Angebote verschiedener Errichter-Firmen eingeholt. Anfangs nur von einer 8,1 kW(p) kleinen Anlage ausgehend, konnte den Interessierten der Gründungsversammlung am 14.06.2007 schließlich die Konfiguration einer 13,33 kW(p) großen Anlage der Fa. Ökotherm Energiesysteme GmbH, Wiesbaden, präsentiert werden. Die Rentabilität der Anlage wurde mit einer Wirtschaftlichkeitsrechnung [440 kB] und einem sog. Zins- und Tilgungsplan [11kB] (hier jeweils das Beispiel eines früheren Anlagenkonzeptes) nachgewiesen unter der konservativen Annahme, dass die PV-Module jährlich nur eine Solarstrommenge von 900 - 950 kWh pro angeschlossenem kW(p) erzeugen; die mittleren Solarerträge in Deutschland liegen höher. Dem Gesellschaftsvertrag, der Interessierten ebenfalls zur Verfügung gestellt werden kann, traten 18 Gesellschafter mit Einlagen zwischen 1.000,- und 7.500,- € bei. Die Nachfrage war dabei so überwältigend, dass die Gesellschafter ihre ursprünglich vorgesehenen Anlagebeträge reduzieren mussten, um möglichst vielen Interessenten den Beitritt zur "Philippus Solar GbR" zu ermöglichen. Auch wenn zum Zeitpunkt der Gründung drei Kirchenvorstandsmitglieder der GbR beigetreten sind, so ist die Gemeinde selbst nicht in der Gesellschaft vertreten. 13 der 18 Gesellschafter sind Mitglieder der Philippus-Gemeinde. Vorgabe der
Kirchenbauleitung
war, dass die PV-Module ohne Durchdringung der Dachhaut
aufgestellt werden mussten. Dies erfolgte üblicherweise mittels
sog. ConSolen, das sind Kunststoffwannen, auf die die PV-Module mit
einem Neigungswinkel von 25° montiert werden; die ConSolen werden
-mit Ballast beschwert- einfach auf das Flachdach aufgelegt.
Der 2. Bauabschnitt gestaltete sich etwas schwieriger: Da sich die Anlage auch über zwei Shed-Dächer erstrecken sollte, mussten die Module jeweils über ein die Shed-Dächer überspannendes Traggestell aufgeständert werden. Um unerwartete Mehrkosten aufgrund konstruktiver und statischer Anpassungen an die Örtlichkeiten aufzufangen, wurden die Traggestelle etwas stärker ausgelegt, um jeweils noch eine zweite Modulreihe aufnehmen zu können. Somit ergab sich inzwischen eine Anlagengröße von 19,78 kW(p). Ferner musste die Anordnung der Module auf den Gestellen aus bau-ästhetischen Gründen noch etwas modifiziert werden. Die zusätzlichen Investitionsmittel wurden in einer weiteren Gesellschafterversammlung am 06.10.2007 eingesammelt, indem einige Altgesellschafter ihre Einlagen auf 10.000,- € erhöht haben und weitere zwei Gemeindemitglieder der Gesellschaft beitraten. Am 17.12.2007 schließlich ging die komplette Anlage ans Netz - und speist munter ein. Der Zählerstand an Silvester 2007 wies genau 2008 kWh aus - ein gutes Omen für das erste der kommenden 20 Jahre, in denen jede eingespeiste kWh nach dem Energieeinspeisegesetz (EEG) mit knapp unter 50 ct vergütet wird. Die Ertrags-Entwicklung der Anlage kann übrigens zeitnah verfolgt werden: Schauen Sie sich einfach die Ertragsdatenbank der Fa. Ökotherm-Solartechnik an; unsere Anlage finden Sie unter Nr. 149. Aufgabe für 2008 war nur noch die Anpassung der Blitzschutzanlage an die neuen Dachaufbauten und die Konfiguration der automatischen Fernüberwachung, den "Solarlog", über die Sie sich selbst tagesaktuell auf die Anlagenleistung aufschalten können. Ergänzende Informationen:
|
|
|
Impressum:
Ev. Philippus-Gemeinde Mainz-Bretzenheim, Büro im Gemeindezentrum: Hans-Böckler-Straße 3, D - 55128 Mainz Tel: +49-6131-338382, Fax +49-6131-338547, Email: info@philippus-mainz.de Bankverbindung: Mainzer Volksbank BLZ 551 900 00 Kontonr.: 426662011 Hinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle beim Einrichten übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links und interaktiver Seiten, besonders aus dem nichtkirchlichen Bereich. Hierfür sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. E-Mail an den Webmaster: webmaster@philippus-mainz.de Eine Kirchengemeinde in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau |