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Rundgang durch die
Philippus-Gemeinde:
Der Gottesdienstraum
Der virtuelle Rundgang: Besichtigen
Sie...
Gottesdienstraum
Der
Gottesdienstraum war ursprünglich als großer Saal der
Gemeinde geplant. Gottesdienst sollte in der später zu bauenden
Kirche gefeiert werden. Als dann
die Planungen geändert wurden, bekam der Raum erst seine
heutige Funktion als Gottesdienstraum.
Dabei war die Blickrichtung eine
andere als hier auf dem Bild zu sehen ist. Diese Umstellung des Altars
vor den Wandfries fand erst in der Passionszeit 2003 statt und war vom Kirchenvorstand probeweise
gedacht. Da jedoch die überwältigende Mehrheit der Voten
aus der Gemeinde diese Umstellung für gelungen erklärte,
wurde von einer Wiederherstellung des Zustands davor abgesehen. Wie es
davor aussah, sehen Sie mit einem Klick hier!
Der Gottesdienstraum ist
nach der unrsprünglichen Konzeption von 1972 multifunktional angelegt, denn alles bis auf die (später
eingebaute Orgel) ist verschiebbar. Damit bietet er für
unterschiedliche Gottesdienstformen, Konzerte und andere
Veranstaltungen breite Gestaltungsmöglichkeiten, die aber seit etwa 2000 nicht genutzt wurden.
Umbau 2006
Da der Gottesdienstraum insgesamt doch sehr
nüchtern wirkte und wenig fürs Auge bot, liefen seit 2001 Überlegungen mit
dem Architekten Prof. H.Striffler zu einer behutsamen Umgestaltung des
Raumes. Konkrete Formen haben sie angenommen mit dem Bauantrag Anfang
2005, über den im Gemeindebrief
1/2005
berichtet wurde. Ziel der Baumaßnahmen, die nach nur 6 Wochen
Bauzeit rechtzeitig zum Pfingstsonntag 2006 (04.06.2006) abgeschlossen
werden konnten, war es nach
Prof. Striffler, "die Grundstruktur des Gebäudes zu erhalten und
mit möglichst geringfügigen Eingriffen eine beachtliche
Aufwertung des Raumes zu erreichen". Wie der Projektplan zeigt, macht
sich dies durch folgende Änderungen bemerkbar:
- Die beiden Beton-Kassetten
über dem Altarraum wurden
entfernt.
Über das so
geöffnete Flachdach wurde eine gläserne "Laterne" gesetzt,
durch die über Umlenkspiegel von oben her Licht in den
Altarraum einströmen kann, um ihn bei gleichzeitig höherer
Raumwirkung stärker zu
akzentuieren.
- Kruzifix
und Taufstele wurden an die
frühere Stelle des Altars gerückt - genau vor der rechten
Eckwand, in die ein langer Lichtschlitz geschnitten wurde
("Tauffenster"), der vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mit einem
künstlerisch gestalteten mehrfarbigen Glas ausgefüllt werden soll.
Kruzifix und Taufstele werden so besonders betont.
- Die Beton-Kassettendecke
und die zwischenzeitlich fleckig angegrauten Kalksandsteinwände
wurden mit einem Kryo-Verfahren gereinigt. Dadurch wirkt der Raum
insgesamt heller und freundlicher, der Beton kommt in seiner
natürlichen Struktur besser zur Geltung. Im Zusammenspiel mit
einem neuen Beleuchtungskonzept (die weißen Deckenverkleidungen
wurden entfernt) wurde die Raumwirkung
insgesamt verbessert.
- Das große Fenster
an der linken (Ost-)Seite des Kirchenraumes mit seinem massiven
Holzrahmen musste saniert werden; es wurde mit wärmegedämmtem Glas ersetzt.
- Eine neue Beschallungsanlage wird dafür sorgen, dass sich unsere Gottesdienste besser hören lassen können.
- Auch eine neue Bestuhlung ist vorgesehen.
Die Veränderungen werden in
mehreren Abschnitten ausgeführt: Die Bauaktivitäten wurden
rechtzeitig vor Pfingsten 2006 abgeschlossen. Welche
künstlerische Gestalt der
Fensterschlitz dann annehmen soll und welche
Bestuhlung zum Tragen kommen, wird von der neuen Raumwirkung
abhängig gemacht werden.
Die Taufstele
Die Taufstele wurde von Prof.
Eberhard Linke, Mainz, 2002 geschaffen und im Reformationsgottesdienst am
27.Oktober 2002 vom Künstler der Gemeinde vorgestellt und
eingeweiht.
Sie zeigt abstrakt den von Philippus
getauften äthiopihischen Kämmerer, der in der Schrift liest (Apg 8,26-40). Auf dem Buch steht lesbar für
die Gemeinde:
"Als sie aber aus dem Wasser
heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und
der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er aber zog seine Straße
fröhlich." (Apg 8,39)
Der Platz hinter dem Kämmerer
ist leer. Philippus ist bereits abwesend auf der Stele und soll, so
Prof. E.Linke, dann von der anwesenden Philippus-Gemeinde "vertreten
werden". So ist die Gemeinde in das Taufgeschehen einbezogen.
Die Taufstele steht in unmittelbarer
Nähe zum Wandfries, den Prof. Linke vor 25
Jahren geschaffen hat. Er zeigt die Entwicklung des Künstlers und
auch die Kontinuität seines Schaffens.
Die Orgel
Die Orgel wurde 1993 in den Gottesdienstraum neu eingebaut.
Sie stammt vom Marburger Orgelbauer Gerald Woehl, der in den letzten
Jahren bekannt wurde durch die neue Bach-Orgel
in der Leipziger Thomaskirche und die neue Orgel von St. Katharinen in Oppenheim.
Die Disposition der Woehl-Orgel:
I. Hauptwerk C-g3
Principal 8'
Bourdon 8'
Octave 4'
Gedackt 4'
Nasard 2 2/3'
Octave 2'
Terz 1 3/5'
Mixtur 4-fach
II. Positiv C-g3
Gedackt 8'
Salicional 8'
Flöte 4'
Larigot 1 1/3'
Pedal C-f1
Subbaß 16'
Flöte 8'
Trompetenbaß 8'
Koppeln I-II, I-Ped., II-Ped.
Tremulant für das ganze Werk
Das Altarkreuz
Das Altarkreuz ist ein Werk des Künstlers Prof. Fritz
König, das der Architekt, Prof. H.Striffler bei diesem für
das Gemeindezentrum in Mainz-Bretzenheim in Auftrag gab.
Das Kreuz stammt aus einer Reihe von
Entwürfen für das Kruzifix, die König für die auch von
Prof. H.Striffler gebauten Versöhnungskirche
im ehemaligen KZ in Dachau gemacht hat.
Das Kreuz ist in
einer gezeichneten Fassung zum Logo der Philippus- Gemeinde geworden
und ziert unter anderem den Briefkopf, Urkunden und den Gemeindebrief.
Der Fries

Das Relief wurde 1977 von Prof. Eberhard Linke, Mainz, gestaltet. Die Länge des Frieses ist gegliedert
durch den rhythmischen Wechsel erhabener und flacher Reliefteile aus
gebranntem Ton. Linke schildert mit bekannten Bildern aus dem Neuen
Testament den Weg Jesu bis zum Kreuz. Szenen im Hintergrund bilden
gleichsam den Leitfaden: Jesus predigend in Galiläa, sein Einzug
in Jerusalem, Gefangennahme, Geißelung und Kreuzigung.
Stärker in den Vordergrund drängen jedoch Gestalten, Typen,
Charaktere mit Verhaltensweisen, die bezeichnend sind für Menschen
aller Zeiten. Es handelt sich dabei auch um Personen, die uns zwar in
der Bibel begegnen, deren Handeln in bestimmten Situationen aber auf
uns übertragbar ist. Es sind die Jünger und Zuhörer, die
die Botschaft weitertragen, auch darüber diskutieren und streiten.
- Da ist die Menge des Volkes - die Neugierigen und Schaulustigen. Da
sind die Schriftgelehrten und Pharisäer, Philippus, Zachäus,
Petrus und Stephanus.
Der erste Abschnitt(v.l.) zeigt Philippus
(Joh 1,43):
Er weist seinen Freund Nathanael auf Jesus, denn Nathanael sucht
Frieden mit sich selbst, mit dem Leben, mit Gott. Doch er misstraut dem
Bericht über Jesus und bezweifelt, dass Jesus sein Sehnen
erfüllen kann: "Was kann schon aus Nazareth Gutes kommen?" Der
überdimensionale Zeigefinger des Philippus betont die Einladung an
den Freund Nathanael "Komm und sieh!"
Auf Philippus folgt diesmal Zachäus
(Lk 19,1-10)
Zachäus war Oberzöllner an einer verkehrsreichen Zollstation
in Jericho. Die Zöllner hatten von der römischen
Besatzungsmacht Zölle gepachtet. Dabei setzen sie die Zölle
oft zum eigenen Vorteil fest. Sie waren beim Volk unbeliebt und wurden
mit "Sündern" gleichgestellt. Der Umgang mit ihnen war ein
Ärgernis. - Zeichen besonderer Barmherzigkeit ist es daher, dass
Jesus bei Zachäus einkehrt.
Unser Bildausschnitt zeigt
Zachäus in einem Maulbeerbaum versteckt. Zachäus ist klein.
Er möchte den vorbeikommenden Jesus sehen, von dem er gehört
hat, aber zugleich möchte er nicht entdeckt werden. Er
fürchtet, sich lächerlich zu machen. - Jesus sieht
Zachäus und spricht ihn an. Er lädt sich bei ihm ein und
setzt sich mit ihm, dem Sünder, an einen Tisch. Das bringt
Zachäus zur Selbsterkenntnis und Umkehr. Er wird zum Anhänger
Jesu.
Jesu Einzug in Jerusalem. (Lk
19,28-40)
Die neutestamentliche Schilderung des Geschehens greift zurück auf
alttestamentliche Verheißungen: Wir sehen Jesus auf einem Esel
reiten. - Der Esel gilt als Symbol für Sanftmut und
charakterisiert Jesus als kommenden Friedensboten und Heilsbringer. -
Die Menschen jubeln Jesus zu, sie bereiten ihm einen königlichen
Empfang. Sie schwenken Palmwedel als symbolisches Siegeszeichen und
breiten ihre Kleider als Teppich vor ihm aus. Sie sind wie Jesus und
seine Jünger nach Jerusalem gekommen, um miteinander das
Passahfest zu feiern.
Sieht man genau hin, so erkennt man
hinter dem reitenden Jesus fein eingeritzt den Mainzer Dom. Er soll
Zeichen dafür sein, dass Jesus auch zu uns in Mainz wie zu allen
Menschen unterwegs ist. Es liegt an jedem einzelnen, ob und wie er ihn
empfangen will.
Petrus (Lk 22,54-62)
Diesmal ist Petrus die Hauptfigur unseres Friesausschnittes. Petrus war
Fischer am See Genezareth und wurde zu einem der ersten Jünger
Jesu. Bald nahm er neben Johannes eine besondere Vertrauensstellung
ein. Später, nach Jesu Tod und Auferstehung, gehörte Petrus
zur Führung der christlichen Gemeinde in Jerusalem.
Petrus war Jesus nach dessen
Gefangennahme in großem Abstand zum Palast des Hohenpriesters
Kaiphas gefolgt. Dort, und das zeigt unsere Abbildung, wird er erkannt
und nach seiner Zugehörigkeit zu Jesus gefragt. In seiner Angst
bestreitet er, Jesus zu kennen.
Wir sehen einen verzweifelten Petrus.
Er fühlt sich durch die Fragen der Mägde und Kriegsknechte in
die Enge gedrängt, viele Hände greifen nach ihm. Er
möchte sich am liebsten in seinem Mantel verkriechen. Seine
Hände drücken Flehen und Abwehr aus. Sein Gesicht zeigt
Trauer und Ratlosigkeit. Dass der Künstler das rechte Ohr
verdoppelt hat, könnte darauf hinweisen, dass Petrus
übersensibel - "hellhörig" . das Geschehen um sich wahrnimmt.
Der ausdrucksstark dargestellte Hahn, der dem Petrus zugeordnet ist,
erinnert an die Schwäche des Petrus, der Jesus wiederholt
verleugnet hat.
In Matth. 26,75 heißt es: Da
dachte Petrus an das Wort Jesu: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich
dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Die Gefangennahme Jesu(Lk
22,47-53)
Ein Knecht der Hohenpriester bindet Jesus Hände. Dicht neben Jesus
steht Judas, der Verräter. Er küsst Jesus auf die Wange als
Erkennungszeichen. "Welchen ich küssen werde, der ist's, den
ergreift" (Matth. 26,48).Im Hintergrund drängen sich zahlreiche
Menschen, bewaffnete Knechte und Soldaten der Römer. Ihnen hatte
Judas gezeigt, wo sie Jesus fänden, um ihn abzuführen. Jesus
wirkt gelassen, er wehrt sich nicht - scheinbar ein Bild der
Schwäche.
Im Kontrast dazu rechts im
Vordergrund die wuchtige Gestalt des Petrus mit erhobenem Schwert in
der einen Hand und dem abgehackten Ohr des Knechtes Malchus in der
anderen Hand - scheinbar ein Bild der Stärke. Der verletzte
Malchus sinkt auf seine Lanze gestützt mit schmerzverzerrtem
Gesicht vor Petrus zu Boden. Die Menschen betrachten die Szene mit
Betroffenheit.
Nach Joh. 18,11 rügt Jesus Petrus mit folgenden Worten: "Stecke
dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir
mein Vater gegeben hat?" - Worte der Stärke.
Jesus predigend in Galiläa
Galiläa liegt im Norden von Palästina. Es ist die Heimat von
Jesus. In Nazareth ist er aufgewachsen. Die meisten seiner Jünger
sind Galiläer. Mit ihnen zieht er predigend durch das Land.
Überall sammeln sich Menschen, um seine Botschaft zu hören.
Von hier breitet sich die christliche Lehre aus. Hier gibt Jesus seinen
Jüngern den Auftrag: "Gehet hin und machet zu Jüngern alle
Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen
habe." (Matth. 28,19).
Auf der Abbildung sehen wir Jesus mit
hoch erhobenem Arm. Der ausgestreckte Zeigefinger zeigt nach oben. Die
rechte Hand greift zum Herzen. Er meint es ernst, wenn er von seinem
Vater im Himmel spricht und zum Umdenken aufruft. "Das Reich Gottes ist
herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!" (Mark.
1,14)
Die Zuhörer sind ergriffen. Sie
reagieren unterschiedlich. Während der Mann direkt neben Jesus
sich ängstlich in seinen Mantel hüllt und nachdenklich
aussieht, weil er vielleicht noch zweifelt, streckt der andere Jesus
die geöffnete Hand entgegen und scheint seinem Nachbarn zuzureden:
"Komm, du kannst ihm vertrauen, er meint mit seinen Worten auch dich
und will dir helfen."
Diskussion mit Schriftgelehrten
und Pharisäern
Auf unserem Friesausschnitt diskutieren zwei Männer lebhaft, sie
vertreten die Gruppen der Pharisäer und der Schriftgelehrten.
Andere hören ihnen zu.
Die Pharisäer kann man als
Erneuerer der Frömmigkeit bezeichnen, die sich durch u.a.
Einhalten des Sabbats auszeichneten. Die Schriftgelehrten waren als
Gelehrtenstand ermächtigt, in den Synagogen die Schrift
auszulegen. Viele von ihnen gehörten gleichzeitig den
Pharisäern an und bildeten mit diesen gemeinsam zur Zeit Jesu eine
religiös-politische Gruppe innerhalb des Judentums.
Auf dem Fries wirken die beiden
redenden Männer selbstgefällig. Mit Jesus wollen sie nichts
zu tun haben, das scheint der ausgestreckte Arm den Zuhörern
zeigen zu wollen. Die Autorität und Vollmacht Jesus wird von ihnen
nicht anerkannt.
Die Geißelung Jesu (Mt
27,27-30)
Nachdem Herodes Antipas Jesus verhört hatte, wurde Jesu vor den
römischen Statthalter Pilatus gebracht. Der entschloss sich, Jesus
kreuzigen zu lassen, denn Jesus hatte behauptet, dass er Christus, der
Sohn Gottes sei. Seine Anhänger sahen in ihm den erwarteten
Messias.
Das bedeutete Konkurrenz für den
Kaiser in Rom.
Nachdem er das Todesurteil gesprochen hatte, befahl Pilatus, dem
damaligen Rechtsbrauch entsprechend, Jesus von Kriegsknechten
öffentlich geißeln zu lassen. Diese Geißelung wird
hier dargestellt.
Wir sehen Jesus an den Händen
gefesselt. Auf den Kopf hat man ihm eine Dornenkrone gesetzt zur
Versöhnung als Judenkönig. Er ist nackt und schutzlos den
Kriegsknechten ausgeliefert. Sie schlagen mit Geißeln
(Stöcke mit Riemen) auf ihn ein, bespucken und verspotten ihn.
Sein Körper weist blutige Striemen auf, die Dornenkrone und die
gefesselten Armen schmerzen. Die Demütigung tut weh. Neben den
kräftigen Kriegsknechten wirkt Jesus schwach und gebrechlich.
Seine Körperhaltung zeigt keinerlei Protest. Er hat sich in die
Hände seines Vaters gegeben. Alles andere berührt ihn nicht
mehr.
Jesus in Jerusalem
Der hier abgebildete Vordergrundabschnitt bildet die Brücke
zwischen Jesu Einzug in Jerusalem und seiner Gefangennahme. Die beiden
linken Männer beobachten den Einzug Jesus je auf ihre Weise. Der
eine zeigt im Geschichtsausdruck Neugierde und Anteilnahme. Er legt
seine Hand ans Ohr. Er möchte nicht nur sehen, sondern auch
hören, was da gesagt wird. Der Mann neben ihm wirkt dagegen
weniger vom Geschehen ergriffen und verhält sich abwartend. Die
anderen Menschen bilden eine Gruppe für sich. Sie klammern sich
ängstlich aneinander; sie können die Verhaftung Jesus nicht
fassen. Ein Jünger hat ihn verraten. -Trauer steht in ihren
Gesichtern.
Kreuzigung Jesu (LK 23,33-49)
Die Kreuzigung bildet den letzten Abschnitt vom Leidensweg Jesu, In die
Darstellung ragt der zu Boden gestürzte Stephanus, dessen
Steinigung den Abschluss des Reliefs bildet.
Drei Kreuze auf Golgatha. - In der
Mitte der mit dicken Nägeln an ein gespaltenes Kreuz geschlagene
Jesus. Rechts und links von ihm hängen an kleineren Kreuzen zwei
zum Tode verurteilte Verbrecher. Der rechte wendet Jesus seinen
Rücken zu. Damit zeigt er seine Verachtung. Er spottet: "Bist du
nicht der Christus? Dann hilf dir selbst und uns." Der andere aber
sieht zu Jesus hin und bittet: "Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein
Reich kommst." Über dem kreuz Jesus die vom Pilatus lateinisch
verfasste Inschrift: INRI - Jesus Nazarenus, Rex Judaeorum. (Jesus von
Nazareth, König der Juden). Zu Füßen Jesu zwei seiner
Anhängerinnen, die ihm bis Golgatha gefolgt sind. Die eine breitet
klagend ihre Arme aus, die andere umklammert seine Beine, als wolle sie
ihn zurückhalten. Beide Frauen können die Hinrichtung nicht
fassen. Ihr geliebter Jesus soll sterben. - Der Spalt des Kreuzes weist
wie der Blick Jesu nach oben und deutet hin auf die Auferstehung. Das
Opfer Jesu nimmt dem Tod die Endgültigkeit und bricht das Kreuz
auf.
Steinigung des Stephanus (Apg
7,54-60)
Sie ist eng verknüpft mit der Kreuzigung Jesu. Das macht die
Darstellung ganz deutlich, denn die Steinigung geschieht vor dem
Hintergrund der Kreuzigung Jesu. Der im Vordergrund zu Boden
gestürzte Stephanus weist mit seinem gebundenen Händen auf
den Gekreuzigten, für dessen Lehre er sich mutig eingesetzt hat
und für den er bereit ist, sein Leben zu lassen.
Stephanus hatte wie zuvor Jesus oft
im Tempel gelehrt und die Schrift ausgelegt. Sein Bekenntnis zu Jesus
und seine Rede gegen Tempel und Kultgesetz war den Hohepriestern ein
Ärgernis und Anlass, ihn steinigen zu lassen. Auf dem Relief
werfen empörte Juden mit Steinen nach Stephanus, der tödlich
getroffen zusammenbricht. Einer der Peiniger hält jedoch inne, er
wendet sich ab, Sein Blick richtet sich suchend nach oben, die rechte
Hand greift zum Herzen. Er zögert. Soll er sich an dem Massaker
beteiligen? Ist er bereit einen Menschen wegen seiner Überzeugung
zu töten? Dieser Konflikt wird von Linke durch die beiden
Hände am linken Arm sichtbar gemacht. Eine Hand umklammert
wurfbereit einen Stein, die andere ist geöffnet, als suche sie
Halt. Die Geste des Zögerns zeigt neben dem grausamen Tun einen
Ansatz von Hoffnung. - Der Gedanke an Saulus, der sich vom
Christenverfolger zum gläubigen Apostel Paulus gewandelt hat,
liegt nahe.
Blick in den Gottesdienstraum vor der Umstellung des Altars
Der
Altar stand in der dem großen Fenster gegenüberliegenden
Ecke quasi diagonal im Raum. Der Fries an der Seite fiel wenig auf.
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