Willkommen auf der Homepage der Ev.Philippus-Gemeinde Mainz-Bretzenheim
Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Apfelbaum war einst Anlass für die Entfremdung zwischen Gott und den Menschen, so die Bibel. Denn inmitten des Gartens, den sich Gott und die Menschen teilten, stand der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Traditionell wird seine Frucht als Apfel dargestellt. Der Genuss dieser frei zugänglichen Frucht war den Menschen verboten. Adam und Eva bissen trotzdem hinein und flogen prompt aus dem Paradies hinaus. Danach lebten sie jenseits von Eden, von einem himmlischen Wächter an der Rückkehr gehindert.

Der Hauptgrund für die Vertreibung der Menschen aus dem Para-dies war die Sorge Gottes, Adam und Eva könnten die Hand auch noch nach dem zweiten verbotenen Baum ausstrecken: dem Baum des Lebens. Zwar hatte Gott den Baum der Erkenntnis nur mit Worten vor den Menschen geschützt - aber er war nicht bereit, ihnen außerdem die Früchte des Lebensbaumes zu gewähren.

Seitdem träumen Menschen vom Baum, den sie nicht erreicht haben. Sie träumen von einem Leben, das unzerstörbar und unverlierbar ist und sich nicht in Äußerlichkeiten erschöpft. Sie träumen von einem Leben, das diesen Namen wirklich verdient. Und vielleicht träumen die Menschen in diesen Tagen von Terror und Krieg ja intensiver - sofern sie das Träumen nicht verlernt haben. Jürgen Habermas etwa hat bei der Verleihung des Friedenspreises des Buchhandels den allgemeinen Verlust an Religion beklagt, auch wenn er ihn für unwiderruflich hält.

Als Christ sehe ich da nicht so schwarz. Es soll mit uns kein böses Ende nehmen. Denn an Weihnachten ist Gott ein Kind dieser Welt geworden. Er ist in unserer Mitte. Seitdem kann kein Wächter die Menschen mehr von Gott trennen. Und auch auf den Baum des Lebens können wir seitdem wieder einen verträumten Blick werfen. An Weihnachten werden wir's singen:
Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür,
Gott sei Lob, Ehr und Preis.

Sage keiner, er habe den Apfel des ewigen Lebens schon geerntet. Dafür ist das Klima in unserer Welt noch zu schlecht. Aber die Frucht wächst. Hinter unserem Gemeindezentrum, wie auf dem Titelblatt zu sehen, und hoffentlich auch in uns allen. Eine besinnliche Adventszeit und frohe, gesegnete Weihnachten!

Ihr Andreas Klodt

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Eine Kirchengemeinde in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau