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Freitag, 19.04.2002, 19.30 Uhr
PD Dr. Michael Tilly, Mainz/ Jena
Jerusalem - Nabel der Welt.Eine Stadt im Schnittpunkt dreier WeltreligionenJerusalem gilt drei monotheistischen Weltreligionen - dem Judentum, dem Christentum und dem Islam - als eine heilige Stadt. Der Felsendom, die Klagemauer und die Grabeskirche versinnbildlichen ihre zentrale Bedeutung. Die Bezeichnungen des irdischen Jerusalems und seines Heiligtums als "Nabel der Welt"; als "Mittelpunkt der Welt" und als Ort, an dem sich der "Gründungsstein" befindet, der Fels, von dem der jüdischen Sage nach die Weltschöpfung ihren Ausgang nahm und der als Verschlußstein der Urflut diente, diese Bezeichnungen bezeugen die außergewöhnliche Stellung von Stadt und Tempel in der religiösen Überlieferung, in der Liturgie und Architektur sowie im tradierten religiösen Brauchtum. Sie spiegeln sich auch in der besonderen politischen Bedeutung Jerusalems für den Staat Israel, dessen umstrittene "unteilbare" Hauptstadt es seit Dezember 1949 ist, und als emotionelles, kulturelles und religiöses Integrationssymbol für viele Juden, Christen und Muslime in der ganzen Welt. In diesem Beitrag geht es vor allem um die Fragen, welche Bedeutung Stadt und Tempel für das antike Judentum hatten, und wer sich ihrer Bedeutung bediente, um seinem religiösen oder politischen Anliegen Ausdruck zu verleihen.
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